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Wittgensteiner Schieferpfad

Wandern auf dem Wittgensteiner Schieferpfad

Vergangene Grubengeschichte in Raumland bei Bad Berleburg - wandern auf Felsenpfaden über dem lieblichen Edertal

Der Wittgensteiner Schieferpfad, ein Premium-Wanderweg, wird als abwechslungsreich und anspruchsvoll beschrieben. Das Projekt Wanderweg entstand ursprünglich aus einem Schulprojekt der Hauptschule Bad Berleburg. Er führt über eine ehemalige Bahntrasse, durch drei Naturschutzgebiete, in felsige Steilhänge, stillgelegte Schiefersteinbrüche und Schieferhalden.

Lange schon wollte ich den Wittgensteiner Schieferpfad laufen – heute ist eine nette kleine Wandergruppe zusammen und das Wetter scheint auch trocken zu bleiben.

Start ist am Wanderparkplatz in Raumland unterhalb des Schaubergwerks an der Eder. Hier parken wir zwischen alten Schieferhalden und den schönen Ederauen. Ein Kunstwerk gibt es hier und Hinweistafeln.

Los geht es ederabwärts auf einer kleinen Straße. Aber schon nach wenigen Metern, man muss den ganzen Schieferpfad über gut auf die Fledermaus-Schilder achten, steigt ein Pfad links hoch auf die alte Bahntrasse, die zu Beginn des vorigen Jahrhunderts gebaut wurde. In dicht bewachsenen Wald führt uns der Weg durch einen Tunnel, der zur Entwässerung des Bahndamms diente. Dahinter stehen wir am hellen, lieblichen Ufer der Eder mit ihren Auwiesen.

Nach der Überquerung der Straße gelangen wir in das Naturschutzgebiet Honert. Hier geht es hinauf in den steilen Wald, kleine Felsen ragen aus dem belaubten Waldboden, Vorfreude auf die versprochenen Fels-Attraktionen kommt auf.

Die alte Bahntrasse

Wir laufen am steilen Hang hoch über der Eder und der alten Bahntrasse auf dem so genannten Feuerweg. Er wurde angelegt, um die Böschungen an der Trasse schnell löschen zu können, die Funken der Dampfloks steckten die trockenen Gräser und Büsche leicht in Brand.

Am Wegrand ist ein Lüftungsloch für das Stollensystem im Berg. Leider keine Taschenlampe dabei, sonst könnte unser jünster Wandersmann ein bisschen weiter reinklettern. Schöne Ausblicke auf die gegenüberliegenden Wiesen und gute Laune!

Am Ende des Feuerwegs geht es links steil bergauf durch eine Waldschneise. Hier treffen wir einen Wanderer, der uns verspricht: „Das wird noch viel toller da oben.“
Dann gehen wir über einen verschlungenen Pfad in einen schönen Eichenwald voller wilder Felsklippen. „Braut und Bräutigam“ heißen die Felsen hier.Wandern auf dem Wittgensteiner Schieferpfad

Nach diesen schönen Felsen geht es auf dem schmalen Pfad weiter durch einen lichten Laubwald, der schon herbstliche Farben trägt.

Eine kurze Rast bei einer Bank, dann steigen wir ab ins Bilsterbachtal und halten uns dann rechts auf einem schönen Waldweg entlang des Meckhäuser Bachs.

Felsen und Schieferhalden

Wir kommen in das Naturschutzgebiet Fredlar und hier folgen wir einem kleinen Abzweig zum Wächterstein, einer mächtigen Felsklippe inmitten dichter Bäume. Schon bald kommt der nächste Abzweig in einen alten Steinbruch, beeindruckend die steilen, terrassierten Wände, in denen damals der Schiefer in Handarbeit abgebaut wurde.

Dann laufen wir an ausgedehnten Schieferhalden vorbei, schön der Kontrast des dunkelgrauen Schiefers und der leuchtend warmen Herbstfarben. Fasst meinen wir, schon wieder am Parkplatz in Raumland anzukommen, aber nein, wieder laufen wir den Berg hinauf, diesmal in einen Buchenhochwald. Wir folgen der Fledermaus nach rechts und kommen an den Kopf einer großen Felsenklippe. Neben dem Weg ist ein Labyrinth aus Steinen gelegt – ein magischer Ort zwischen hohen Stämmen.

Von hier aus geht es weiter zum Berg Fredlar, auch dort wieder ein Felsen (576 m) mit schöner Aussicht. Es folgt ein steiler Abstieg, an dessen Ende felsige Wagenspuren der Erzkarren, die hier bergab so stark gebremst werden mussten, dass die eisenbeschlagenen Räder wie Kufen rutschten; die Straße von Berleburg nach Marburg verlief hier.

Dieser Straße folgen wir und kommen ins Steinbachtal, ausladende Höfe und Viehweiden erscheinen uns freundlich nach der schroffen Felsenwelt. Nun sind wir schon etwas langsamer und müde – und folgen der Fledermaus auf breiten Wegen .

Naturschutzgebiet Hörrre

Jetzt sind wir schon mehr als 6 Stunden unterwegs, wir haben einige Pausen gemacht, viel fotografiert und natürlich auch viel geredet. Und nun, gegen 18.00 Uhr erreichen wir noch das Naturschutzgebiet Hörre, die ehemalige Schiefergrube Hörre und den Tagebau Limburg. Hier gibt es wieder Felsen, Steinbruch, Halden und sehr schön malerische Mauern. Aber nun wird es bei diesem trüben Wetter schon zu dunkel zum Fotografieren. Also steht fest: hier muss ich noch einmal hin kommen und Fotos machen!

Im NSG Hörre leben zahlreiche Fledermausarten, es ist eines der bedeutendsten Fledermaus-Schutzgebiete NRWs. Das kann man sich angesichts der vielen Spalten und Öffnungen im Fels des Steinbruchs und einiger tiefer Stollen sehr gut vorstellen.

Die Fledermaus als unser Wanderzeichen, hat uns nicht im Stich gelassen, wir brauchten nur einige Aufmerksamkeit, sie auch immer zu bemerken.

Wittgensteiner SchieferpfadDer Wittgensteiner Schieferpfad ist ein besonderer Wanderweg. Unter den Wanderwegen im Kreis Siegerland-Wittgestein hebt er sich deutlich ab durch die sehr abwechslungsreiche und spannende Wegführung mit fast alpinen Abschnitten, durch die wilden Felsen inmitten der herrlichen Wälder, im Wechsel mit den Resten der Grubengeschichte Raumlands. Er ist durchgängig gut gekennzeichnet mit einigen Informationen am Wegrand.
Auf dem Schiefersteig werde ich jedenfalls noch mal laufen, vielleicht auch in der entgegengesetzten Richtung. Und dann auch die fehlenden Fotos (bei hoffentlich besserem Licht) nach holen!

Wanderzeichen: schwarze Fledermaus auf weißem Grund
Länge: ca. 15 km
Gehzeit: 5 -7 Stunden, je nach Lust, Kondition und Fotolaune

Links
www.touristik-bad-berleburg.de »
www.bad-berleburg.de »
www.schieferschaubergwerk.de/ »
www.wanderinstitut.de/ »